10 Fakten zu 'Unter den drei Monden'

Für alle, die nicht genug von der Geschichte um Kadlin und Lijufe bekommen, hier 10 Fakten. Für alle anderen: Achtung, der Text könnte Spoiler enthalten :) 


Fakt 1 

Obwohl meine Romantasy ‚Unter den drei Monden‘ viele beim ersten Blick auf den Klappentext an den Film 'Mulan' oder die Tragödie 'Romeo und Julia' erinnert, war die Inspiration ein Filmklassiker.

Es war die Hollywood-Komödie ‚Some like it hot‘ (dt. Titel: Manche mögen’s heiß) aus dem Jahr 1959 von Billy Wilder.  In diesem Film beobachten zwei männliche Musiker (gespielt von Tony Curtis und Jack Lemmon) ein Massaker der Mafia. Auf ihrer Flucht verkleiden sich die beiden Männer als Frauen und tauchen in einer Damenkapelle unter. Während sich der eine in die Sängerin (Marylin Monroe) des Damenorchesters verliebt, stellt dem anderen ein reicher Millionär nach. Für mich ist Jack Lemmon der Star des Films und auch sein deutscher Synchronsprecher  Georg Thomalla. Es ist einfach herrlich anzuschauen, wie Jack Lemmon als Frau verkleidet seinen Musikerkolleginnen hinterherschmachtet.

Eine solche Komödie zu verfassen, mit einem Geschlechtertausch, war ein langgehegter Traum von mir. 

So war es auch letztlich Lemmons Filmfigur, die in gewisser Weise Pate für meine mannstolle Lijufe stand.

 

Fakt 2

Ursprünglich überlegte ich, ‚Unter den drei Monden‘ auf der Erde in der Gegenwart spielen zu lassen. Natürlich hätte sie dann einen anderen Titel bekommen. In dieser Version hätte die Geschichte in den Vereinigten Staaten gespielt.

Lijufe und Kadlin hätten zwar ebenso einen Mord beobachtet, aber in einem Pfadfinderlager (alternativ: Zeltlager für schwer erziehbare Jugendliche) Zuflucht gesucht.

Dagur und Bram hätten, wie alle Figuren, andere Namen getragen und wären zu Polizisten geworden, die die Jugendlichen betreuten.

Als Showdown hätte es einen spektakulären Schusswechsel gegeben. Doch das alles schien mir viel zu abgedroschen, weshalb ich mich dagegen entschied.

 Da ich bis zu jenem Zeitpunkt nur eine Urban-Fantasy-Romanze verfasst hatte, wollte ich mich an einer reinen Fantasygeschichte versuchen. Ich kam zu dem Entschluss, diesen Wunsch mit jenem nach einer Geschlechtertauschkomödie zu kombinieren. Und so war die Grundidee zu ‚Unter den drei Monden‘ geboren: Eine Fantasykomödie, mit Rollentausch, die in einer neu erfundenen Welt spielt.

 

Fakt 3

Die Idee zum pinken Gras kam mir beim Betrachten eines Posters von dem Künstler Christian Riese Lassen. 

Dass meine Welt drei Monde haben muss, war für mich von Beginn an glasklar. Denn sofort sollte erkennbar sein, dass die Geschichte nicht auf der Erde spielt. 

Sari, der blaue Mond mit den silbernen Ringen bekam seinen Namen vom türkischen Wort für blau/mavi. Firus der vorderste Mond, der mit dem Bösen assoziiert werden sollte, bekam einen Namen der an Luzifer erinnert. Yaschi, der kleine grüne Mond erhielt seinen Namen als Ableitung vom Türkischen für grün/yeşil (gespr. jeschil).

 

Fakt 4

Der britische Schauspieler Kayvan Novak beeindruckte mich in der Rolle des Waj in der Filmsatire ‚Four Lions‘ dermaßen, dass ich ihm und Waj mit Dagur ein Denkmal setzte. Dass Bram dem von Chris Hemsworths dargestelltem Thor ähnlich sieht, geschah jedoch ohne Absicht und wurde mir erst bewusst, als mich eine Betaleserin darauf hinwies. 

 

Fakt 5

Dieselbe Betaleserin eröffnete mir auch, nach dem sie die ersten Kapiteln gelesen hatte, die Intention der Geschichte. Bis zu jenem Chat-Gespräch war mir diese noch gar nicht klar, da ich gerade erst mit der Story angefangen hatte.

Das mag sich seltsam anhören, doch manchmal entwickelt sich die Aussage einer Geschichte bei mir tatsächlich erst während des Schreibprozess‘. Es gibt Geschichten, da steht sie für mich schon vor der Plotentwicklung fest (wie z. Bsp. bei ‚Nur zu zweit sind wir eins‘ od. ‚Just a little Teenage-Dream‘), aber hier war es anders. 

So legte ich dann besonderen Wert auf die unterschiedlichen Traditionen und Religionen der Stämme. Um am Schluss dann klar zu machen, dass es keine Rolle spielt, welches Geschlecht oder welche sexuelle Ausrichtung man hat, dass verschiedene Glaubensrichtungen, Riten oder Sitten ohne Belang sind, sondern nur die Freundschaft zählt, die die Menschen miteinander verbindet. 

Desweiteren geht es auch um das Thema Vorurteile. Bram stellt fest, dass er, wie alle anderen, Vorurteile fällt, obwohl er selbst gegen welche anzukämpfen hat. Als ich die Geschichte niederschrieb, hatte ich sogar die Hoffnung, dass der Leser ebenso am Schluss erkennt, dass er selbst von Vorurteilen nicht gefeit ist. Nämlich dann, wenn er durch Hadds Vater Isleif begreift, dass nicht alle Ikol hinterhältig und niederträchtig sind wie dessen Sohn.

 

Fakt 6

Der Spiegel Nerhegeb wird allen Harry Potter-Fans ein bekannter Begriff sein. Genau jenen schönen Trick, den J. K. Rowling anwendete, bediente ich mich ebenso bei der Namensfindung. Für alle, die jetzt nur Bahnhof verstehen: Es geht um Spiegelschrift.

Begonnen beim Weltenname Aret (ok, ein r ist zu wenig ^^), bei einigen Stammesnamen (Otulp, Ikol) und beim Tunier des Egnirierd. Die Unaru hießen in der allerersten Version Sunaru. Damit aber die beiden Hauptstämme nicht mit S beginnen und ständig verwechselt werden, musste es bei einem verschwinden. Bei den Smar braucht man bloß einen Buchstaben an einen anderen Ort zu setzen, um das richtige Wort herauszufinden.

Ja, ich liebe es, in meinen Geschichten kleine ‚Gimmicks‘ einzubauen.

 

Fakt 7 

Manche Fantasiewesen aus Aret lehnen sich zum Teil sehr stark an echte Tiere an. 

Die Opteras sehen nicht nur wie riesige Libellen aus, sondern haben auch ihren Namen von der lateinischen Unterordnungsbezeichnung. 

Die Hychna sind Läusen nicht ganz unähnlich. 

Die Sjöhast sind tatsächlich Seepferdchen nachgeahmt. So gut wie alle ihrer Merkmale sind nicht erfunden. Diese Meerestiere leben zwar nur unter und im Salzwasser und sind wesentlich kleiner als jene aus Aret, aber sie können tatsächlich ihre Farben wechseln. Auch dass die Männchen die Jungen austragen und das Einrollen ihres Schwanzes einen Hinweis auf das Alter des Tieres gibt sind keine Erfindungen. 

Der Varp ist eine mutige Mischung aus Nacktmull und Maulwurfsgrille.

 

Fakt 8

Viele der Riten und Sitten der Stämme gab es bei diversen Völkern. 

Der Mondtanz der Ikol ist wohl eher als Sonnentanz bekannt. 

Das Lömskzelt, wo durch heiße Stein-Aufgüsse geschwitzt und zu den Göttern gebetet wird, ist tatsächlich bei einem Stamm der amerikanischen Ureinwohnern abgeschaut. 

Auch das Berusat, wo Rauschfrüchte gegessen werden, die zu Halluzinationen führen und die Brüderlichkeit fördern sollen, gab es in einer ähnlichen Form. Die Namen, die Frucht (es ist nämlich eigentlich der Kaktus selbst) und die Sache mit der Manneskraft ;) und dem Rindenwein sind allerdings frech erfunden. 

Das Tugwar ist den schottischen Highlandspielen abgeschaut, das Egnirierd vom Ballspiel der Azteken inspiriert. 

Die Farben und die Muster der Skals kommen den schottischen Kilts/Tartans sehr nahe. Zu der Art des Tragen von den Umhängen, was Rückschlüsse auf den Familienstand des Trägers ziehen lässt, wurde ich durch eine alte Sitte der Berber inspiriert. Ihren Frauen sah man anhand der Kleidung von weitem an, ob sie fremd in einem Dorf und verheiratet waren.

 

Fakt 9

Ja, Mar ist homosexuell. Allerdings will er sich das selbst nicht eingestehen. 

 

Fakt 10

Warum das so ist, erklärt sich vielleicht irgendwann in einem Spin off.

 


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Kommentare: 2
  • #1

    Caras Bookish Paradise (Montag, 07 November 2016 22:55)

    Hallöchen Ewa,

    Ich fand 'Unter den drei Monden' ja wahnsinnig toll. Und war super neugierig auf diese Fakten.

    Besonders das mit dem "Nerhegeb-Syndrom" find ich echt richtig gut. Ich hab mich beim Lesen noch gefragt, wie man sich die ganzen Namen ausdenken kann, aber auf die Idee, sie mal rückwärts zu lesen, bin ich nicht gekommen, dabei ist das eigentlich total naheliegend. So simpel und so effektiv :D

    Ich finde es auch wahnsinnig interessant, dass so viel von den erfundenen Tieren etc. auf tatsächlichen Lebewesen o.ä. beruht. Das merkt man beim Lesen kaum, weil die in meinen Augen alle so einzigartig wirken.
    Ich hätte auch gern so eine kleine Optera ^^

    Ich blicke jetzt einfach mal mit leuchtenden Augen einem möglichen Spin Off entgegen und hoffe, dass tatsächlich eins kommt. Das wär so toll.

    Liee Grüße
    Cara <3

  • #2

    Ewa (Montag, 07 November 2016 23:10)

    Liebe Cara,
    ich freue mich riesig über deinen Besuch :D Das ist so schön, von dir zu lesen, danke.
    Nja, ich habe ein wenig gezögert mit diesem Beitrag, der die Geschichte vielleicht auch entzaubern könnte. Aber ich habe mich dann doch zur Veröffentlichung entschlossen, weil ich zeigen wollte, dass man als Autor nicht (immer) nur darauf los schreibt, sondern manche Dinge aus einer gewissen Absicht in seine Geschichte einfließen und geschehen lässt. Selbst, wenn es sich dabei 'bloß' um eine Romanze handelt.
    Ganz viele liebe Grüße
    Ewa