Bonuskapitel

Diejenigen, die im Besitz der Autoren-uncut-Ur-Ebook-Ausgabe von ‚Unter den drei Monden‘ sind, kennen dieses Kapitel bereits, es ist nur ein wenig veredelt worden (bitte nicht traurig sein). Diejenigen, die ‚Unter den drei Monden‘ noch nicht gelesen haben (tststs, jetzt wird aber Zeit ;) ), es aber noch möchten (das will ich doch schwer hoffen ;D), seien ausdrücklich gewarnt: ACHTUNG, das folgende Kapitel enthält einen MEGA SPOILER (Wenn ich euch wäre würde ich nicht weiterlesen :)) <= war das jetzt gemein ^^ *teuflisch grinst*).

All denjenigen, die das Buch gelesen haben, wünsche ich nun einfach viel Spaß.

Ihr werdet vermutlich schon am Kapitelnamen erahnen, um was es geht.


Die verlorengegangene Nacht

Die Sonne war untergegangen und die Funzelsteine erhellten schwach das Innere des Lömsk-Zeltes. Der Eingang stand weit offen und das sanfte Plätschern des Flusses, schwebte mit der lauen Nachtluft zu ihnen herein.

Kadlin griff sich eine der Rauschfrüchte, die sie angewidert in den Mund stopfte. Sofort nahm sie einen kräftigen Schluck vom Rindenwein und kaute energisch drauflos. Nach der zehnten Feige ließ der bittere Geschmack langsam nach, aber eher hatte sie sich wohl daran gewöhnt. Die halluzinogene  Wirkung setzte langsam ein, denn sie bemerkte wankend, wie um den blonden Unaru, der neben ihr saß, bunte Lichtkugeln schwebten. Mit der Hand versuchte sie, diese aus ihrem Sichtfeld zu wischen.

„Wie viele muss ich noch essen?“, fragte Kadlin.

Bram hatte sich den Mund ebenfalls mit Rauschfrüchten vollgestopft. „Zwanzig insgesamt. Ich dreißig und Dagur vierzig, weil er ein Riese ist“, prustete er.

Kadlin zählte ihre Feigen, aber irgendwie … sah sie manche doppelt … dann wieder nur eine … Die Farbe der Früchte änderte ständig …. Komisch!

Sie schüttelte den Kopf. „Auf jeden Fall noch einen ganzen Berg, Mist.“

Lijufe schmatzte: „Also, die letzte schmeckt am besten.“

Dagur hatte seine Früchte schon verspeist und grinste benebelt.

„Mir geht’s blendend. Lu? Ich mag dich. Bram, dich auch und dich auch, Kat. Ja, ich mag euch wirklich. Ich könnte … Nö, eigentlich nur Lu.“ Dagur schwankte vor und zurück.

Lijufe hielt ihn am Arm fest und nun wankten sie zu zweit, synchron. „Was könntest du? Dagi-Schatz?“

Dagur lachte. „Höhö, sag ich nich‘.“

Auch Bram hatte seine Feigen verputzt und kämpfte gegen den leichten Schwindel an, was ihn aber nicht störte. Denn die Farben, die er sah, waren atemberaubend, wie Kat.

Ein Grinsen legte sich auf sein Gesicht. „Ich mag euch auch alle. Magst du mich auch, Kat?“

Lächelnd, so dass man die Feigenresten zwischen ihren Zähnen kleben sah, erwiderte Kadlin: „Ja, total. Ich mag alle, sogar … sogar … Hab den Namen vergessen.“ Verwirrt schüttelte sie den Kopf und winkte mit einer Geste ab.

„Weißt du, Kat? Ich finde dich scharf, … obwohl du ein Junge bist. Ist das nicht lustig?“, lallte Bram und kam ganz dicht vor Kadlins Gesicht und stupste vorsichtig mit einem Finger auf ihrem Mund herum. „Du hast Lippen wie ein Mädchen. Zum Küssen gemacht, Bruder.“

Mittlerweile hatte Kadlin alle Feigen aufgegessen und kicherte wild. „Das liegt daran, dass ich ein Mädchen bin, du Dödel.“

Sie versuchte, Bram kokett an seiner Schulter nach hinten zu schubsen, versagte aber kläglich, da der Krieger da saß, wie ein schwerfälliger Bär.

„Du ein Mädchen? Awa, du bist Kat. Hübscher Kat, mit vollen Lippen“, sagte Bram und schielte unbeabsichtigt.

„Doch, doch, die is‘ ’n Mädchen. Ich bin nämlich auch eins“, hickste Lijufe betrunken.

„Nein?!“, grunzte Dagur überrascht.

„Warte“, meinte Lijufe und versuchte umständlich, ihre Tunika über den Kopf zu ziehen. Allerdings blieb diese an ihrer Stirn hängen und während Lijufe sich frei kämpfte, kippte sie nach hinten weg. Dagur half ihr, sich wieder aufzusetzen. Endlich schaffte die Smar es, das Kleidungsstück vollständig auszuziehen. „Guck, da!“

Dagurs Brauen schoben sich im Takt zusammen und wieder auseinander. Prüfend streckte er, für einen kurzen Moment, seine Nase vor Lijufes Brüste. „Da is' nix. Was soll ‘n da sein?“

Verdattert schaute Lijufe an sich herab. „Oh. Die sind ja noch eingepackt. Dachte schon, ich hab sie verloren.“ Sie lachte sich krumm und fiel erneut um, weswegen Dagur ihr wieder aufhalf. „Moment. Das haben wir gleich.“ Nach ein paar Fehlversuchen konnte Lijufe die Tücher abstreifen. „Da sind sie. Darf ich vorstellen: Smörre und Bröd.“

Dagur blinzelte wankend und beugte sich vor, um Lijufes Brüste genauer zu betrachten, auf denen er letztendlich mit der Nase landete. „Oh, Entschuldigung.“ Sanft betatschte er Lijufes pralle Rundungen, um Ordnung zu schaffen und nuschelte formell: „Hallo, schön euch kennenzulernen, Böre und Sröd.“

Lijufe prustete: „Nein!“ Sie schnappte Dagurs Hände und legte sie sich auf ihre Brüste. Mit einem Drücken von Dagurs Fingern, betonte sie die Namen: „Das ist Smörre und das – ist Bröd.“

„Smörre und Bröd“, wiederholte Dagur undeutlich.

„Genau“, bestätigte Lijufe dem Krieger, dessen Hände immer noch an Ort und Stelle lagen.

Wie in Trance brummte der Riese: „Smörre und Bröd … Smörre … Bröd.“

Mit gerunzelter Stirn beäugte Bram Dagurs Tun. „Lu hat Brüste? Du etwa auch?“

„Jep. Ich auch“, nölte Kadlin und krabbelte ungelenk auf Brams Schoß, um seufzend an seinem Hals zu schnuppern. „Das wollte ich schon die ganze Zeit tun. Du riechst so furchtbar gut.“

Bram lachte. „Und ich wollte dich die ganze Zeit küssen.“

„Mach doch. Auf was wartest du?“, grinste Kadlin weggetreten. Langsam zog Bram sie an sich und küsste sie, mit einem wohligen Knurren.

„Du schmeckst noch besser, als ich vermutet habe.“ Sanft saugte er an ihrer Unterlippe und begann zu lachen. „Weißt du, was komisch ist?“

„Nein?“, hauchte Kadlin ergeben und knabberte an seinem Mund, während ihre Finger seinen Nacken streichelten.

„Sonst wächst mir der Speer, wenn ich dich anschaue, aber jetzt … ist nix los, da unten. Is' ja witzig.“

„Echt?“, kicherte Kadlin und lehnte ihre Stirn an seine.

Bram entzog ihr seine Stirn. „Ich zeig es dir, aber nur, wenn ich Smörre und Bröd sehen darf?“

Als Kadlin stürmisch nickte, schob er sie von seinem Schoß und hievte sich hoch.

 


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