Drei gute Gründe, weshalb man doch an die Existenz von Engeln glauben könnte.

Bestimmt fragt Ihr Euch, warum sollte man, um Himmels willen, an diese zu kurz geratenen, leicht übergewichtigen und zu allem Übel auch noch nacktarschigen Flügelwesen glauben oder gar ein ganzes Buch über sie schreiben wollen?  Nun, zu meiner Entschuldigung muss ich sagen, dass die Engel meiner Vorstellung vollkommen anders aussehen. Und abgesehen davon - wenn man mitten in der Nacht eine kleine Ewigkeit durch einen Tunnel fährt und als pflichtbewusster Beifahrer krampfhaft versucht, wach zu bleiben, sich vor Müdigkeit partout nicht mehr erinnert, wo oben oder unten ist und sich die Realität allmählich zu verschieben scheint, kommt man auf die absurdesten Gedanken und Ideen.

Schließlich weiß jeder, der Kinder großzieht, dass nach dem Gemütszustand ‚übermüdet‘ direkt ‚gaga‘ folgt. Doch sehen wir das Positive daran: Lange Autofahrten als Beifahrer, in Verbindung mit Schlafentzug, können also tatsächlich sehr inspirierend sein.

So habe ich, während besagter Fahrt, festgestellt, dass ich an viele Dinge glaube. 

Zum Beispiel bin ich jedes Jahr vor Weihnachten felsenfest davon überzeugt, alle Geschenke laaange vor Heilig Abend beisammenzuhaben.  Leider erweist sich das im Nachhinein immer wieder als Utopie.

Genauso glaube ich, dass alle Bürger, schön brav ihre Steuern zahlen. Zumindest halte ich daran fest, bis zum nächsten Steuerhinterziehungsskandal, der zeigt, dass ich wohl der einzige Trottel bin, der das glaubt.

Auch gebe ich mich stets aufs Neue dem Glauben hin, dass ich meinen nächsten Termin zur Vorsorgeuntersuchung beim Frauenarzt  ganz bestimmt ohne telefonische Erinnerung der Arzthelferin auf die Reihe bekomme. Naja - Pustekuchen!  Aber im nächsten Jahr klappt es, hundert Prozent!

Wir alle glauben also an etliche Ding, ob religiöse oder weltliche, die mehr oder weniger Sinn machen. Warum dann auch nicht an Engel? 

 Hier drei Gründe, die dafür sprechen könnten:

 

1. Viele Menschen argumentieren, dass sie nur an das glauben, was sie mit eigenen Augen sehen können. Aber ist es wirklich so, dass Dinge lediglich existieren, wenn wir in der Lage sind, sie akustisch oder visuell wahrzunehmen? 

Was ist mit radioaktiver Strahlung, Röntgenstrahlen, Radar oder Infrarot? All diese Strahlungen sind für uns unsichtbar und dennoch existieren sie. Das ist so, weil das menschliche Auge nur ein schmales Spektrum an elektromagnetischer Strahlung registrieren kann.

 Die Honigbiene sieht, im Gegensatz zu uns Menschen, schon im ultravioletten oder manche Schlangenarten, dank eines zusätzlichen Organs, im infraroten Frequenzbereich.

 Mit dem Gehör verhält es sich ähnlich. So hören Katzen höhere Töne im Ultraschall, die Menschen nicht mehr ausmachen können. Wale verständigen sich untereinander mit Infraschallsignalen, die für uns unhörbar sind. 

 Wir wissen demnach, dass es sehr wohl Dinge gibt, die außerhalb unserer natürlichen Wahrnehmung liegen. Deswegen ist es nicht abwegig, an Unsichtbares, Unhörbares zu glauben. Und wer kann uns bezeugen, dass in genau diesem Augenblick kein strahlender Engel einer abnormen Wellenlänge um uns herumsaust?

 

2. Das Leben ist voller Mysterien.

Ja, genau - jetzt wird es ein bisschen unheimlich. Trotzdem würde ich jede Wette eingehen, dass fast jeder von uns schon einmal etwas Unerklärliches erlebt hat. Man muss diese Begebenheiten nur als solche erfassen. 

Vielleicht hattet Ihr schon mal ein solches Erlebnis. Wenn es Euch wie mir ergeht, habt Ihr ab und zu Träume, die sich (manchmal erst nach Jahren) genauso ereignen. Vielleicht kommt Ihr zum ersten Mal an einen Ort, den Ihr zuvor noch nie gesehen oder betreten habt, aber dennoch aus euren Träumen kennt. Oder Ihr habt Vorahnungen, die schlagartig in eurem Bewusstsein auftauchen, von deren Stichhaltigkeit Ihr jedoch restlos überzeugt seid und die sich später bewahrheiten.

Berichte von Menschen über Nahtoderfahrungen oder Engelssichtungen gibt es zuhauf und erzählen ebenso von solchen wundersamen Erfahrungen.

 

3. Indem wir Hoffnungen hegen,  Glauben aufrechterhalten, sehnen wir uns nach etwas Besserem. Es hilft uns nicht nur ausweglose Situationen zu meistern, sondern sie sogar zu überleben.

Diesem menschlichen Streben, dem Glauben, etwas zu bewerkstelligen oder zum Guten verändern zu können, verdanken wir unzählige Errungenschaften der Technik, Wissenschaft oder Kunst. In anderen, schöneren Worten:

Träume ermöglichen es uns, nach den Sternen zu greifen. 

Hätten unsere Vorfahren nicht geglaubt, dass es bessere Wege gibt als jene, die sie bereits beschreiten, würden wir womöglich noch  immer in unseren Höhlen hocken und Däumchen drehen. Okay, da hocken manche von uns vielleicht auch heute noch, aber immerhin führen sie ein Smartphone mit sich.

Denn würden wir aufhören zu träumen, zu hoffen oder zu glauben, was bliebe uns dann noch? Womöglich eine Welt ohne Ideen, ohne Fantasie, ohne unser Lieblingsbuch und das ist doch nun wirklich ein zutiefst erschreckender Gedanke. Oder nicht?

 


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